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Reportret: Galerie rekonstruierter Porträts


Das rekonstruierte Porträt von Vercingetorix

Vercingetorix

Die Römer hatten die Gallier — die kontinentalen Kelten im heutigen Frankreich — bereits mehrere Jahre bekämpft. Der größte Teil Galliens wurde von den Römern beherrscht. Vercingetorix (*72–†46 vuz; passend bedeutet sein Name ›König der Krieger‹) war sehr unglücklich mit dem Sachverhalt und die Römer sollten sich bald mit diesem lästigen Rebell beschäftigen müssen. Er sammelte Verbündeten aller Teilen Galliens und führte einen gewalttätigen Feldzug, um es von den Römern zu befreien. Vercingetorix hatte jedoch keinen Erfolg. In einem Hügelfort bei Alesia wurden er und seine Männer belagert und Vercingetorix sah keinen anderen Ausweg, als sich zu ergeben. Nach Rom gebracht, starb Vercingetorix einige Jahre später in Gefangenschaft. Er wurde wahrscheinlich in der Öffentlichkeit erwürgt. In den letzten paar Jahrhunderten wurde Vercingetorix zu einem Symbol des französischen Nationalismus gemacht.

Wie sollten wir uns das Aussehen von Vercingetorix vorstellen? Sein direkter Gegner Caesar schrieb einen Gesamtbericht zum Krieg in Gallien, jedoch erwähnt er (vorsätzlich?) nichts zur Natur oder zum Aussehen von Vercingetorix, obwohl sie einander tatsächlich persönlich getroffen haben. Wir müssen uns deswegen an andere Quellen wenden. Im Allgemeinen ist von den Kelten bekannt, dass sie gefärbte Hosen und Mäntel trugen. Die Männer hatten oft halblanges Haar (in Kalkwasser gewaschen und rückwärts gekammt) und Hängeschnurrbärte. Neben dieser Haartracht zeigt eine Marmorfigur den sehr kennzeichnenden Torque (Halsring), der unter den Kelten üblich war. Eine Kalksteinfigur stellt einen keltischen Krieger vor, der einen derartigen Torque trägt, mit einem Mantel, Hosen, einem Kettenhemd (das möglicherweise eine keltische Erfindung ist), und einem Riemen. Der Mann trägt weiter ein langes Schwert und ein großes, ovalförmiges Schild — Waffen, die von archäologischen Funden geläufig sind. Verschiedene Arten ›keltischer‹ Helme sind ebenfalls gefunden, aber die sind selten in der zeitgenössischen Kunst abgebildet worden. Münzen, die ein Bild des Gesichts von Vercingetorix enthalten, sind als Quelle unzuverlässig. Diese Bilder sind hauptsächlich idealisierte, symbolische Darstellungen.

Welcher Stil war allgemein geläufig zur Zeit von Vercingetorix? Leider haben die Festlandskelten keine gefärbten Malereien hinterlassen — mindestens keine, die erhalten geblieben sind. Wir haben schon kleine Skulpturen und eine ganze Reihe von Metallgegenständen: hauptsächlich Schmuck und Waffen, mit abstrakten Formen verziert. Ausnahmsweise enthält eine Schwertscheide aus Bronze sehr authentische, bildliche Darstellungen von Kriegern zu Fuß und zu Pferd — zwar noch immer ohne Farbe. Trotz ihrer ziemlich naiven Natur ist es klar, dass diese Bilder sorgfältig zusammengestelt, ausgeglichen, und verziert worden sind. Sie setzen sich aus dünnen, feinen, ins Metall gravierten Linien zusammen. Köpfe und Glieder sind in Seitenansicht wiedergegeben worden, nur ein bisschen verformt. Tiefe und Perspektive sind abwesend: die Darstellungen sind völlig ›flach‹. Obwohl dieses Beispiel jede Farbe ermangelt, ist es klar, dass die Kelten Farben in ihrer Kleidung anwandten. Die Anwendung von Farbe war also sehr wahrscheinlich ebenfalls Teil der Bildkultur.

Die folgenden Details sind in das rekonstruierte Porträt aufgenommen worden. Das Kettenhemd, das Schild, der Torque, und der Mantel sind deren Wiedergabe durch die Kalksteinfigur ähnlich. Die Haartracht (weiß vom Kalkwasser), die Hosen, die spitzen Schuhe, und die Verzierungen wurden von den Bildern auf der Schwertscheide abgeleitet. Ein Hängeschnurrbart, wie der sichtbar ist auf der Marmorfigur, wurde hinzugefügt und die Farben wurden vollständig ersonnen. Das Schwert beruht auf die vielen Beispiele zeitgenössicher Schwerter, die erhalten geblieben sind.

Vorschläge oder Bemerkungen anlässlich dieser Rekonstruktion? Jeder Kommentar ist sehr erwünscht.


Quellen



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